Stefani Dojcinovic (7C)
Viele von euch kennen vielleicht schon das Projekt Sag’s Multi, an dem einige Klassen unserer Schule bereits teilgenommen haben. Ich durfte bei der Semesterfrage 2025/26 der Universität Wien dabei sein und ganz ehrlich: Es fühlte sich ein bisschen wie ein Abenteuer an! Eingeladen wurde ich von Hannes Schweiger, Assistenzprofessor am Institut für Germanistik der Universität Wien.
Was ist „Sag’s Multi“ überhaupt?
Vielleicht habt ihr schon einmal die bunten Figuren in euren Klassen oder auf den Gängen gesehen. Jede Figur steht für eine Sprache, die Farben wurden von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgewählt. Genau darum geht’s bei Sag’s Multi: um Mehrsprachigkeit.
Kurz erklärt: Bei Sag’s Multi haltet ihr eine Rede, die auf Deutsch beginnt, aber eine zweite Sprache einbindet, egal ob es die Sprache eurer Herkunftsfamilie oder eine, die ihr später gelernt habt, ist. Die Botschaft dahinter lautet: Mehrsprachigkeit ist nichts Komisches oder Seltenes, sie ist ein Gewinn.

Wie ich an die Uni Wien gekommen bin
Hannes Schweiger hat mich eingeladen, bei der offiziellen Podiumsdiskussion der Semesterfrage über meine Erfahrungen mit Sag’s Multi und meine eigene Mehrsprachigkeit zu sprechen.
Die Semesterfrage ist ein Format der Uni Wien, bei dem ein gesellschaftlich wichtiges Thema ein Semester lang diskutiert wird. Die Abschlussveranstaltung 2025/26 fand am 12. Jänner 2026 um 18 Uhr im Großen Festsaal der Universität Wien statt.
Das Generalthema lautete in diesem Jahr: „Was sollen wir lernen, wenn sich alles ändert?“ Dabei ging es um zukünftige Kompetenzen, Schule im Wandel und Lernen in einer mehrsprachigen, diversen Gesellschaft
Was war das für eine Podiumsdiskussion?
Bei der Veranstaltung diskutierten Expertinnen und Experten der Uni Wien, unter anderem Bildungswissenschaftlerinnen, Sprachforscherinnen und Sprachforscher und Personen aus der Schulpraxis darüber:
- Welche Rolle Mehrsprachigkeit in Schulen künftig spielen sollte.
- Wie Schülerinnen und Schüler mit mehreren Sprachen gestärkt werden können.
- Welche Kompetenzen Jugendliche in einer Welt voller Krisen, KI und Veränderungen brauchen.
- Warum Sprachvielfalt ein Vorteil für Schule, Beruf und Zusammenleben ist.
Die Podiumsdiskussion war öffentlich, wurde live gestreamt und war Teil des offiziellen Semesterfrage-Programms. Hier kann man das Event nachschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=3sNslA1tu7I&list=PLJlwxvcFTl1G6he9eXsg-9GqWtOANwGx3
Und wie war es für mich persönlich?
Ich sage euch ehrlich: Am Anfang war ich extrem nervös. Der Saal war riesig, überall Menschen und das Ganze wurde auch noch live übertragen. Ich hatte Angst davor, mich zu versprechen oder mich zu blamieren.
Aber dann passierte etwas Überraschendes: Als ich oben auf der Bühne war, ging es plötzlich ganz leicht. Ich habe klar gesprochen, ohne zu stottern, ohne zu zittern, ohne Aussetzer.
Es war ein unglaublich schönes Gefühl, vor so vielen Leuten über Mehrsprachigkeit zu sprechen, also über etwas, das mich und viele von euch direkt betrifft.
In Worte kann ich kaum fassen, wie dankbar ich für diese einmalige Chance bin.
Warum das alles wichtig ist
Mehrsprachigkeit ist heute in Wien und in vielen anderen Städten normale Realität. Dennoch wird sie oft eher als Hindernis wahrgenommen. Aber bei Sag’s Multi und auch bei der Podiumsdiskussion wurde klar:
Mehrsprachigkeit ist eine Stärke.
Sie ist Teil unserer Identität.
Und sie gehört auf die Bühne.
*Fotocredits: Joseph Krpelan